Studieren auf dem Bau?

Baulärm beim Studieren, gesperrte Gänge und Türen, offene Lüftungsschächte und Schuttberge im Gang – im Bürogebäude Zellescher Weg gehört das seit einigen Monaten zum Alltag von Studierenden und Mitarbeitern. Was passiert da eigentlich, wie lange werden die Arbeiten noch andauern und die wichtigste Frage: warum werden im laufenden Semester Bauarbeiten durchgeführt? ImFokus hat für Euch nachgefragt, und zwar beim Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement.

Der SIB ist ein Betrieb des Freistaats Sachsen, der sich um die Verwaltung und Pflege von Gebäuden kümmert, die zum Beispiel von der TU Dresden genutzt werden.

Baustellengefühle im BZW (Foto: Ahmetcan Özen)

Alwin-Rainer Zipfl, Pressesprecher der SIB, nennt zwei grundlegende Maßnahmen, die derzeit im BZW parallel durchgeführt werden. Zum Einen erfolgt die Umstellung der Telefonleitungen auf das sogenannte Voice-over-IP. Das bedeutet, dass die herkömmliche Telefontechnik auf Internettelefonie umgestellt wird. Dafür müssen neue Kabel im Boden verlegt werden. Außerdem werden in einigen Seminarräumen neue Beamer und Lautsprecher angebracht.

Hindernislauf für Fortgeschrittene (Foto: Ahmetcan Özen)

Zum Anderen werden die Brandschutzmaßnamen an aktuelle Anforderungen angepasst. Dazu müssen laut der SIB unter anderem Steigleitungen für Löschwasser in allen Treppenhäusern angebracht werden. Für die Erneuerung der Brandschutz-Klappen mussten außerdem die Decken im A-Flügel geöffnet werden. Zuguterletzt werden zusätzliche Anlagen für den Rauch- und Wärmeabzug eingebaut und die Beschilderung erneuert.

Aufgerissene Decke (Foto: Andrea Laštovičková)

Die Umstellung auf Internettelefonie begann bereits im August 2018 und soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 fertig sein. Mit den Bauarbeiten zum Brandschutz wurde erst im August diesen Jahres begonnen, allerdings sollen die Maßnahmen bereits im Februar, mit Ende der Kernprüfungszeit, abgeschlossen sein.

Am Ende des Ganges: Eine der neuen, sogenannten „Rettungswegezeichenleuchten“
(Foto: Andrea Laštovičková)

Auf die Frage, warum die Bauarbeiten im laufenden Semesterbetrieb durchgeführt werden, nennt Alwin-Rainer Zipfl von der SIB zwei Gründe. Zum Einen seien nicht nur die Maßnahmen, sondern auch das Gebäude „komplex“. Zudem gäbe es von der TU Vorgaben, dass zu bestimmten Zeiten kein Lärm verursacht werden dürfe. Dazu gehören unter anderem Termine, an denen Diplom- oder Promotionsverteidigungen und andere Prüfungen stattfinden. „Eine Unterbrechung der Arbeiten innerhalb des Semesters würde zu einer Bauzeit über mehrere Jahre führen und wäre damit technologisch nicht umsetzbar“, so Zipfl. Aber angemesser Brandschutz, neue Präsentationstechnik und neue Telefone für die Mitarbeiter sind alles Gründe, für die sich die Geduld lohnen dürfte, die in den nächsten Monaten noch aufgebracht werden muss.