Vom IfK zur Öffentlichkeitsarbeit

Für alle, die bislang noch keine genaue Vorstellung davon haben, was sie mit ihrem Kommunikationsstudium später einmal alles für Berufe ausüben können, haben wir einige ehemalige KoFo-Studenten interviewt, um zu erfahren in welchen Bereichen sie heute tätig sind. Wir hoffen, wir können euch mit diesen Steckbriefen inspirieren und Erfahrungen und Tipps weitervermitteln.

Heute: Heike Falta, Abschluss: Magister

Welchen Beruf üben Sie derzeit aus?
Ich bin Abteilungsleiterin der Öffentlichkeitsarbeit im Presseamt der Stadt Dresden.

Wie würden Sie Ihren Beruf beschreiben?
Es ist ein vielfältiger, abwechslungsreicher Job, das heißt, ich weiß vormittags nicht, was nachmittags kommt. Es gibt viele verschiedene Einsatzgebiete. Trotzdem steht bald nach 11,5 Jahren ein Jobwechsel an: Im Dresdner Druck- und Verlagshaus werde ich die Kreativabteilung übernehmen und eher in die digitale Welt einsteigen. Dort ist besonders wichtig, welche Kanäle für welche Zielgruppen interessant sind.

Was war Ihr bisheriger beruflicher Weg?
Bei einem Praktikum bei einer Lokalzeitung in meiner Heimat konnte ich als freie Mitarbeiterin Erfahrungen im Journalismus sammeln. Im Studium habe ich durch die berufspraktischen Übungen aber auch andere Bereiche, wie zum Beispiel die Öffentlichkeitsarbeit, kennengelernt. Daraufhin konnte ich mir vorstellen, im PR- oder Öffentlichkeitsarbeit-Bereich zu arbeiten. Noch bevor ich mein Studium beendet hatte, bekam ich das Angebot, am Institut weiterzuarbeiten und wurde so wissenschaftliche Mitarbeiterin. Dadurch konnte ich für 3,5 Jahre die Öffentlichkeitsarbeit des Instituts betreuen und war unter anderem Chefredakteurin des Newsletters, damals noch in gedruckter Form. Auch habe ich an der Semesterbroschüre mitgewirkt, habe viel fotografiert und natürlich war auch wissenschaftliches Arbeiten ein Bestandteil meines Jobs.
Dann wurde ich auf eine Zeitungsanzeige für Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Dresden aufmerksam. Seit 2007 arbeite ich jetzt hier.

Warum haben Sie sich für das Studium der Kommunikationswissenschaften entschieden?
Am Anfang des Studiums hatte ich vor, in den Journalismus zu gehen, wollte mir aber trotzdem ein Hintertürchen offenhalten. Mir hat gefallen, dass man im KoWi-Studium eine breitere Wissensbasis erlernt und das Studium nicht zu spezialisiert ist. Speziell für Dresden habe ich mich entschieden, weil die Nebenfächer Wirtschaftswissenschaften und Anglistik angeboten wurden und weil ich schon Familie hier hatte.

Welche Inhalte aus dem Studium können Sie jetzt im Berufsleben anwenden?
Einiges, was im Studium wie trockene Theorie klingt, ist später sehr wichtig. Durch Zielgruppen- und Inhaltsanalysen kann ich herausfinden, welche Beiträge von uns abgedruckt werden oder welche Maßnahmen erfolgreich waren. In der Umfrageforschung ist das Wissen über die Erhebung und Auswertung mit Excel wertvoll. Aber auch Agenda-Setting und verschiedene Effekte von Medien spielen bei mir tagtäglich eine Rolle.
Das Kommunikationsstudium wird oft unterschätzt, schließlich könne ja jeder kommunizieren. Aber ein solides Grundwissen ist sehr hilfreich, um Maßnahmen mit fundierten Kenntnissen statt Bauchgefühlentscheidungen begründen zu können. Natürlich bereitet das Studium nicht auf alle praktischen Tätigkeiten vor, aber gerade die berufspraktischen Seminare sind sehr hilfreich. Zum Beispiel haben wir in einem Seminar mal eine Pressekonferenz simuliert, was ich sehr schnell anwenden konnte, als mein Chef nicht da war und ich plötzlich eine echte Pressekonferenz moderieren musste. Da war ich wirklich froh, den Ablauf schon grob zu kennen. Trotzdem ist ein großer Teil „learning by doing“.

Hatten Sie schon einmal Zweifel an Ihrer Studienwahl?
Zweifel hatte ich nie. Durch die breite Auffächerung des Studienfaches und die vielen Möglichkeiten, die man danach hat, war ich mit meiner Studienwahl immer zufrieden. Ob man nun in die Wissenschaft, Wirtschaft, Unternehmenskommunikation, ins Marketing oder Veranstaltungsmanagement gehen möchte, es stehen einem ja alle Wege offen.

Haben Sie Tipps für die jetzigen KoWi-Studenten?
Mein erster Tipp wäre, während des Studiums schon Praktika zu absolvieren. Dabei sollte man sich aber nicht als billiger Praktikant für irgendwelche Tätigkeiten verheizen lassen, sondern eher Erfahrungen in einzelnen Projekten sammeln, in denen man sich aktiv miteinbringen kann.
Wichtig finde ich dabei, sich auch Aufgaben zu stellen, die man vorher nicht so toll findet. Schließlich kann man nur durch Austesten seinen Horizont erweitern und Erfahrungen sammeln.
Ein weiterer Tipp von mir wäre, immer zu überlegen, wie man theoretische Inhalte im Studium für sich selbst anwenden kann und wie sie den eigenen Alltag beeinflussen.

Was sind Ihre besten Erinnerungen ans Studium?
Am besten fand ich die zahlreichen berufspraktischen Übungen, aber natürlich auch die Parties.