„Staunend durch die Nacht“

lndw(jg) Die bisher größte „Lange Nacht der Wissenschaft“ steht vor der Tür:  Am 10. Juni präsentieren sich Hochschulen, Institute, Labore und Forschungseinrichtungen mit über 600 Veranstaltungen in Dresden. Unter dem Motto „Staunend durch die Nacht“ sind alle Interessierte ab um sechs bis 1.00 Uhr nachts dazu eingeladen, in die Welt der Wissenschaft einzutauchen, und das Ganze für freien Eintritt.


Wissenschaft ist öde und langweilig? Von wegen! Fast 33.000 Besucher zählte die Veranstaltung im letztes Jahr. Ob spannenden Vorträgen lauschen, Ausstellungen oder Filme entdecken oder beim Ausprobieren von Experimenten selbst aktiv werden; Hackern live beim Hacken zuschauen, Überraschungsseier röntgen, Medaillen prägen oder sich beim  Science Slam inspirieren lassen. Aus nahezu jeder Disziplin ist etwas dabei, zum Beispiel aus den Ingenieurswissenschaften, der Medizin oder auch aus den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Nach Meinung von Dr. Cornelia Brantner von der TU-Dresden, die sich unter anderem mit Wissenschaftskommunikation beschäftigt, sind Veranstaltungen wie die „Lange Nacht der Wissenschaft“ eine echte Bereicherung: „Im Zuge von Bestrebungen der Wissenschaftspopularisierung seit etwa der 1980er Jahre wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um die Bevölkerung mehr für die Wissenschaft zu begeistern. Dazu gehören auch Formate, wie die Kinderuni, Tage der offenen Tür oder eben die Lange Nacht der Wissenschaften, die es in Dresden seit 2002 gibt.“ Laut Brantner würden sie der Öffentlichkeitsarbeit dienen und darauf abzielen, Menschen mit Wissenschaft in Berührung zu bringen und Distanzen abzubauen. „Um nicht nur die ‘üblichen Verdächtigen’ – also ohnehin an Wissenschaft Interessierte – zu solchen Veranstaltungen zu bringen, sollten die Maßnahmen und ebenso die Kommunikationsarbeit seitens der Universitäten und anderen teilnehmenden Wissenschaftseinrichtungen im Vorfeld auch auf Personen abzielen, die man gemeinhin als Angehörige bildungsferner Schichten bezeichnet. Die langen Nächte bieten den WissenschaftlerInnen die Möglichkeit, direkt mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten.“

Das Institut für Kommunikationswissenschaft ist mit drei Vorträgen vertreten. Frau Hoffmann wird jeweils um 18 Uhr und um 19:30 einen Vortrag über das Thema „Zwischen Aufstiegseuphorie und Weltuntergangsstimmung – Die Dresdner und Dynamo“ halten. Frau Dr. Schielicke spricht einmal halb sieben und einmal um acht über das Thema „PEGIDA und Dresden – Wie denkt die Dresdner Bevölkerung darüber?“ und zu guter Letzt hören die Interessierten um 19.00 Uhr sowie um halb neun einen Vortrag von Prof. Dr. Hagen zum Thema „Gefangen in der Filterblase? Verhindern Facebook & Co den Austausch mit Andersdenkenden?“ Alle Vorträge finden im Hörsaalzentrum im Raum 101 statt.

Die  Dresdner Verkehrsbetriebe machen es den Besuchern einfacher, mobil zu sein und kostenlos zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten hin und her zu wechseln. Wer auch perfekt angezogen sein will, der kann sich auf der Internetseite bereits jetzt passende T-shirts für 10 Euro bestellen.
Das Programm, die Anfahrtsmöglichkeiten und Informationen zu barrierefreien Zugängen und der Versorgung können unter http://www.wissenschaftsnacht-dresden.de oder in dem Flyer der LNDW nachgelesen werden.