„Im Jahr 2025 werden die Versicherer nicht mehr dazu in der Lage sein, die Last zu tragen“

gesundleben Zu viel Zucker, zu viel Fett und zu wenig Bewegung: die Deutschen werden immer dicker. Das wirkt sich auf die Gesundheit aus: fast alle Zivilisationskrankheiten beruhen auf Übergewicht und die Zahl der Adipositas-Erkrankungen steigt. Das ist eigentlich nichts Neues – Wieso wird nichts dagegen getan? Fehlt das Know-How? Oder doch etwa das Bewusstsein selbst? Ein Forschungsprojekt am IfK geht diesen Fragen nach.

Das Projekt „Gesund Leben“ beschäftigt sich mit diesen Fragen, vor Allem der Prävention von Übergewicht. Gemeinsam mit dem Institut für Kommunikationswissenschaft arbeiten deutschlandweit mehr als 80 Verbundpartner, darunter viele große Versicherungen wie die AOK, daran herauszufinden, wie man dem Problem Übergewicht sinnvoll begegnen kann. Während das Fraunhofer- und Max-Plank-Institut in Dresden die medizinischen Maßnahmen entwerfen, konzentrierte sich das IfK in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Institut auf das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. „Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut eine sogenannte Barriere-Studie durchgeführt, bei der es darum ging, Hemmnisse zu identifizieren, die einen daran hindern, gesund zu leben oder entsprechende Produkte zu verwenden“, erläutert Anja Obermüller, die als Mitarbeiterin am ersten Teil des Projektes beteiligt war. Durch zwei qualitative Vorstudien in Form von Gruppendiskussionen zeigte sich, dass sowohl der „innere Schweinehund“, als auch die gesellschaftlichen Bedingungen beleuchtet werden müssen. Die darauf folgende Befragung bestätigte, dass die Menschen vor allen Dingen institutionellen Zwängen wie z.B. Berufstätigkeit eine Teilschuld zuweisen. Nach einem langen Arbeitstag hinter dem Schreibtisch gönnt man sich schnell, so die Befragten, einen ruhigen Abend auf der Coach, auch wenn Sport als essentieller Bestandteil von Gesundheit allgemein bekannt ist. Zu den Maßnahmen, die Betroffenen helfen sollen, gesünder zu leben, gehört unter anderem eine App, mit der die gesunde Ernährung durch Fotos nachgewiesen werden kann, sowie eine Schrittzähler-App welche die täglichen Laufwege misst. Dabei werden Punkte gesammelt, die dann für ein Probeabo im Fitnessstudio oder andere gesunde Produkte eingetauscht werden können. Zu Letzteren gehört der Traum eines jeden Süßigkeiten Liebhabers: Ein gesunder, kalorienarmer Muffin, den es auch in Reformhäusern zu kaufen geben wird. Ein wichtiger Bestandteil eines solchen Projektes ist jedoch nicht zuletzt eine geeignete Kommunikationsstrategie. Diese soll nun im weiteren Projektverlauf am Institut eine Kommunikationsstrategie entworfen werden. Lorenz Harst, Master-Student am IfK ist derzeit am Projekt beteiligt und erklärt: „Wir versuchen, gezielte Ansprachen zu entwickeln, mit der die Botschaft von gesunder Ernährung und viel Bewegung besser in die Bevölkerung getragen werden kann“.

Johanna Siegmann

 

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