Morgenstund hat Gold im Mund – IfK-Nachwuchswissenschaftler räumen in Lausanne Naomi-C.-Turner-Preis ab

2000 km Wegstrecke, 125 Runden Skat, 22 Stunden Zugfahrt, vier junge IfKler, ein Nachwuchswissenschaftler-Preis. Das ist die Bilanz der WAPOR Jahreskonferenz 2009 in Lausanne für das IfK.

„Morgenstund hat Gold im Mund“ sollte sich für uns (Anja Obermüller, Anna-Maria Schielicke und Martin Degen) letztlich bewahrheiten, als wir freitags um 4:44 Uhr den Zug nach Lausanne bestiegen. Voller Tatendrang wurde die erste Runde Skat bereits kurz nach fünf Uhr gespielt. Nach neun Stunden konzentriertem Geben, Reizen, Drücken, Grand, Hand, Null-Spiel waren wir geistig soweit, uns unserem Konferenzvortrag mit dem schönen Titel „Are Telefone surveys a dying breed?“ zu widmen – kein Vortrag ist gut genug, um nicht bis zur letzten Sekunde daran zu feilen.

Nach zwei weiteren Stunden mit herrlichem Schweizer Bergpanorama, empfing uns René Jainsch in Lausanne, um uns wenig später die Stadt zu zeigen. Für uns begann die Konferenz am Abend mit einem Cocktailempfang.

Rene Jainsch, Anja Obermüller, Anna-Maria Schielicke und Martin Degen (vlnr)
Rene Jainsch, Anja Obermüller, Anna-Maria Schielicke und Martin Degen (vlnr)

Der Samstag war dann bestückt mit vielen guten Vorträgen und enormem wissenschaftlichen Input, so dass sich allein schon deshalb die Reise gelohnt hatte, die im Übrigen ohne die finanzielle Unterstützung der Gesellschaft der Freunde und Förderer der TU Dresden gar nicht möglich gewesen wäre. Auch Renés Vortrag zur Wirkung politischer Meinungsumfragen stand für den Samstag auf dem Programm.

Am Abend gab es dann das große Dinner vor einer wirklich traumhaften Kulisse. Es war uns schon ein wenig unheimlich, dass an unserem kleinen Tisch bereits zwei Preise angekommen waren, aber es sollte schlimmer kommen. Beim Naomi-C.-Turner-Preis für Nachwuchswissenschaftler machte die Jury es besonders spannend. Die Entscheidung wäre so schwer gefallen, dass man letztlich eine lobende Erwähnung vergab (diese ging nach Mainz) und den Hauptpreis an … „And the Turnerprize 2009 goes to…“ – „Martin Degen, Anja Obermüller and Anna-Maria Schielicke“. Soweit die guten Nachrichten – die schlechte: unser Vortrag sollte erst am nächsten Tag stattfinden. So stellten wir uns den Sonntag wie einen Zahnarztbesuch ohne Betäubung vor. Und tatsächlich saß die halbe Jury nebst anderen Größen des Faches im gefüllten Vortragsraum. Aber was sollte es‚ wegnehmen konnten sie uns den Preis jetzt nicht mehr – das reichte dann auch als Betäubung, so dass alles reibungslos über die Bühne lief.

Unnötig zu sagen, dass die Rückfahrt komplette elf Stunden Skat umfasste – nun war ja kein preisverdächtiger Vortrag mehr vorzubereiten.

 

Anja Obermüller & Anna-Maria Schielicke