Und was machen wir jetzt damit? – Was aus IfK-Absolventen wurde und was sie Studenten mit auf den Weg geben

Printmedien, Agenturen, Unternehmenskommunikation, Marketing, Werbung, Umfrageforschung – die Wege sind vielfältig für Kommunikationswissenschaftler. „Wenn ich noch anfange, die Branchen alle einzeln aufzulisten, dann ist von A bis Z alles dabei“, meint Heike Großmann, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt Dresden. Sie muss es ja wissen, hat sie doch selbst Kommunikationswissenschaft an der TU Dresden studiert und dort 2003 ihren Magisterabschluss erlangt.

Heike Großmann, Foto: privat
Heike Großmann, Foto: privat

Anschließend war Großmann als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut tätig und erhielt durch den engen Kontakt zu Studenten einen großen Überblick über die vielen Berufsmöglichkeiten. Wie die Absolventenstudie 2002 des Instituts für Kommunikationswissenschaft ergab, arbeitet ein Viertel der Absolventen im Journalismus, dicht gefolgt von Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit. Heike Großmann hat sich nach ihrer Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin für letzteres entschieden. Ihr Aufgabenfeld umfasst die Ausgestaltung des Internetauftritts, die Produktion des Amtsblattes, die Organisation aller Ausstellungen im Rathaus sowie die Verfassung von Pressemitteilungen der Stadt Dresden. In ihrem Arbeitsalltag kann sie oft auf das im Studium erlangte Wissen zurückgreifen. Es ist nicht die Aufzählung auswendig gelernter Theorien, es ist vielmehr die Verinnerlichung dieser Sachverhalte. „Das ist, was ich durch das Studium gelernt habe, dass man journalistisch denkt.“

Knut Köhler, Foto: privat
Knut Köhler, Foto: privat

Knut Köhler, Pressesprecher der Sächsischen Landesärztekammer und ebenfalls ehemaliger KoWi-Student, meint, dass man nicht alles Gelernte nach dem Studium vergessen solle. Trotzdem seien diese Kenntnisse nur ein Drittel von dem, was man später im beruflichen Alltag benötigt. Vielmehr müsse man neben dem Studium praktische Erfahrungen sammeln, persönliche Kontakte aufbauen und lernen, sich selbst darzustellen. Köhler studierte von 1993 bis 1999 Kommunikationswissenschaft mit Nebenfach Politik und Recht auf Magister an der TU Dresden. Noch während seines Studiums nahm er eine Halbtagsstelle bei der Landeszentrale für politische Bildung in der sächsischen Landeshauptstadt an. Darüber hinaus konnte er durch Nebenjobs beim MDR, dem Sächsischen Landtag, dem Theater der Welt und dem Zentrum für zeitgenössische Kunst Berufserfahrung sammeln. Nebenjobs sind also offenbar für einen gelungenen Berufseinstieg von Vorteil. Nicht nur, weil man Einsicht in verschiedene Medienbereiche erhält, sondern auch, um persönliche Kontakte zu knüpfen, die laut Köhler wichtiger sind als schnell „erklickte“ Freunde in sogenannten „Social Networks“ wie XING oder StudiVZ. Darüber hinaus sollte man in möglichst unterschiedliche Bereiche hineinblicken. „Denn irgendwann weiß man zumindest, was man nicht will.“, erklärt Knut Köhler aus eigener Erfahrung.

Kerstin Steglich, Foto: privat
Kerstin Steglich, Foto: privat

Natürlich geht es auch ohne Praktika, aber dann mit Nebenjobs. Kerstin Steglich ist der beste Beweis dafür, ist sie doch eine der erfolgreichsten IfKAbsolventen. Seit dem sechsten Semester arbeitet sie bei der Werbeagentur Ketchum Pleon als Senior Consultant. Für die Tätigkeit in ihrem Unternehmen hat Steglich sogar ihren ursprünglichen Berufswunsch Journalist zugunsten der PR und Kommunikationsberatung über Bord geworfen. Wenn man schon früh Berufserfahrung sammelt, dann sei die Umstellung nach dem Studium einfacher. Dies belegt auch die Absolventenstudie, wonach 44 Prozent der Absolventen schon während des Studiums Kontakt zu ihrem jetzigen Arbeitgeber hatten und ein Viertel sogar von ihrem Arbeitgeber auf die Anstellung angesprochen wurden. Steglich übernahm nach und nach immer mehr Verantwortung, so dass das Studium neben dem Job parallel lief. Ob nun Praktika oder Nebenjob, entscheidend sei, dass man einen Einblick in den Bereich erhält. So könne man erkennen, „ob der Traumberuf tatsächlich ein Traum ist.“ Dabei muss es nicht immer der klassische Job bei der Lokalzeitung sein. Auch untypische Praktika, z.B. beim „Playboy“, machen den Lebenslauf viel interessanter, findet die stellvertretende Pressesprecherin der Stadt Dresden, Heike Großmann.

Dresdner KoWis brauchen sich aber nicht zu fürchten. 92 Prozent der ehemaligen  Studenten fanden nach ihrem Abschluss Arbeit. Der Rest promovierte oder sammelte Auslandserfahrung. Nur drei Prozent waren damals – und die Studie liegt immerhin schon neun Jahre zurück – arbeitssuchend . Die drei hier vorgestellten Absolventen sind mit ihrer aktuellen Berufssituation zufrieden, auch an ihrem Lebenslauf würden sie im Nachhinein nichts verändern. Großmann sagt: „Es gibt nicht bessere, sondern andere Wege.“
Siyana Yankova, Lisa Stiemer,
Mireille Huditz & Franziska Raese