„Goodbye Umsonstkultur“ – Miriam Meckel fragt: Hat Qualitätsjournalismus eine Zukunft? Ihre Antwort: Er muss!

„That’s the way it is“ – „und genau so ist es“ – lautet der Titel ihres Vortrages, den Miriam Meckel am 31. Januar vor zahlreichen Zuhörern im Forum am Altmarkt hielt. So wie sie ihren Vortrag zur „Journalistischen Qualität in Zeiten des Internets“ beginnt, beendete der legendäre US-Journalist Walter Cronkite seine Sendungen.

Kaum ein Zuschauer zweifelte an der Richtigkeit dieser Aussage. Wie einst Cronkite sollen Journalisten den Menschen helfen, einen Überblick in einer komplexen Welt zu wahren, das Wichtigste aus dem Überangebot von Informationen die Schnelllebigkeit des Internets lässt eine „zeitliche, sachliche und soziale Synchronisation“ kaum noch zu. Im Web 2.0 kann jeder zum Kommunikator werden, Plattformen wie Wikileaks bringen sogar Regierungen in Bedrängnis. Dabei kann das Internet kein Ersatz für professionellen Qualitätsjournalismus sein, allenfalls eine spannende Ergänzung.

Nach ihrem Vortrag stellte sich Miriam Meckel den Fragen von Stephanie Wiedner und Sven Pinke. Hier überreicht ihr Wolfgang Donsbach ein Geschenk des IfK-Fördervereins. Foto: ul
Nach ihrem Vortrag stellte sich Miriam Meckel den Fragen von Stephanie Wiedner und Sven Pinke. Hier überreicht ihr Wolfgang Donsbach ein Geschenk des IfK-Fördervereins. Foto: ul

Meckel macht klar: „Wir brauchen Menschen, die sich von ihrem Schreibtisch lösen, die raus gehen und mit anderen Menschen sprechen“. Nach Meckel haben auch deutsche Medien das Potential im Netz noch nicht erkannt: „Innovationen der Verlage bleiben bislang aus.“ Dabei darf Qualitätsjournalismus keine Fließbandarbeit sein. Meckels Appell: „Dafür müssen wir auch bereit sein zu zahlen.“ Pascal Ziehm

 

Miriam Meckel war Fernsehjournalistin, mit 31 Jahren Deutschlands jüngste Professorin und wirkte als Staatssekretärin unter Wolfgang Clement in Nordrhein- Westfalen. Heute leitet sie das renommierte Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen lehrt und forscht in den Bereichen Unternehmenskommunikation, Internationale Kommunikation und Medienökonomie.