Prof. Ann Cooper über „Russia´s Global Media Strategy“ – oder doch eher „Kritik am globalem Mediensystems Russlands“?!

Eine studentische Nachlese

Am 29. Oktober hielt Prof. Ann Cooper in Dresden einen Vortrag über „Russia´s Global Media Strategy“. Sie gilt als Expertin für Russlands Medienwelt, ist unter anderem Mitherausgeberin des Buches „Russia at the Barricades“, verfügt über jahrzehntelange journalistische Erfahrung im Radio- und Printbereich und hat selbst als Journalistin in Moskau für den amerikanischen öffentlich-rechtlichen Radiosender National Public Radio (NPR) gearbeitet.

Direkt nach der Begrüßung von Prof. Lutz Hagen folgte eine Überraschung! Es wurde nicht wie erwartet Prof. Ann Cooper mit ihrer Präsentation zur globalen Medienstrategie Russlands angekündigt, sondern zunächst der amerikanische Generalkonsul Scott R. Riedmann. In einer kurzen Rede betonte er die Meinungsfreiheit- und vielfalt in den USA und sprach die kritische
Beziehung zu Russland und die Bemühungen Obamas, diese Konflikte zu lösen, an. Der eigene Präsident wurde gelobt, Putin kritisiert.

Generalkonsul Scott R. Riedmann
Generalkonsul Scott R. Riedmann (Foto: S. Dennert)

Dieser durchaus kritisch gegenüber Russland wahrzunehmende Einstieg gab dem Vortrag eine gewisse Rahmung, von welcher man sich schwer lösen konnte. Prof. Ann Cooper verdeutlichte in ihrem anschließenden Vortrag die Strukturen des Mediensystem Russlands seit dem Ende der Sowjetunion bis zur Regierung Putins, unter welcher das Mediensystem erneut fast vollständig unter Kontrolle gebracht wurde. Ausländische Medien müssen sich nach neuen Mediengesetzen in Russland zunehmend zurückziehen. Russische Programme im Ausland werden hingegen zunehmend aus Russland heraus gefördert.
Prof. Cooper legte das Mediensystem Russlands vor allem anhand ausgewählter Beispiele dar. Hier ging Sie besonders ausführlich auf den russischen Nachrichtensender Russia Today (RT) ein. Wonach jedoch die Auswahl dieser Beispiele erfolgte oder ob dies eventuell nur Einzelfälle waren blieb offen. Dies ist die Grundlage für den größten Kritikpunkt des Vortrages:

Prof. Cooper
Prof. Cooper (Foto: S. Dennert)

Es fehlt an Validität der Aussagen! Die Aussagen des Vortrages wurden lediglich anhand von Beispielen und ohne Grundlage von empirischen Daten getroffen. Verdeutlicht wurde dies nochmals bei der anschließenden Diskussion, in welcher Nachfragen zu Analysen des Senders RT zeigten, dass es noch keinerlei Forschungen dazu gibt. Eine weitere Nachfrage bezog sich auf die Bedeutung von RT in Bezug auf die öffentliche Meinung. Hier wurde deutlich, dass auch dies nicht einzuschätzen ist, da es keine Forschungen über das Publikum oder die Zuschauerzahlen gibt. Doch ist die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch RT nicht die interessanteste Frage, welche sich für die USA stellt? Wieso gibt es also hierzu keine Forschungen und entsprechende Ergebnisse, gerade da RT solch besorgniserregend scheint? Nach Ende des Veranstaltung verließ man den Saal orientierungslos. Man stellte sich viele Fragen und wusste nicht was man von dem Vortrag nun eigentlich mitnehmen konnte.

Interessierte Gäste (Foto: S. Dennert)
Interessierte Gäste (Foto: S. Dennert)

Die Antwort: Nicht viel! Eigentlich bezogen sich alle Aussagen nur auf Vermutungen. Empirische Daten fanden keinerlei Anwendung. Diese Präsentation als einen wissenschaftlichen Vortrag zu bezeichnen ist gewagt. Doch war die Absicht dieses Vortrags am Ende vielleicht eine andere?! Offiziell erfolgte die Einladung von Prof. Ann Cooper durch das Institut für Kommunikationswissenschaft und seines Fördervereins. Recherchen zeigten jedoch, dass Prof. Cooper bereits an weiteren Universitäten und Institutionen in Deutschland den gleichen
Vortrag hielt und dies immer in Kooperation mit dem jeweils zuständigen US Generalkonsulat. Beispielsweise am Institut für Sicherheitspolitik in Kiel (Quelle) sowie an der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz in Mainz (Quelle). Und auch die Veranstaltung in Dresden erfolgte in Kooperation mit dem US Generalkonsulat Leipzig, in
welchem der anwesende Generalkonsul Scott R. Riedmann beschäftigt ist. Die Vorträge von Prof. Ann Cooper zu „Russia´s Global Media Strategy“ unterliegen
demnach der Organisation der US-Konsulate in Deutschland. Von welcher Motivation sie geleitet sind, kann nur vermutet werden.
Josephine Daduna


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